NetiquetteEine Einführung
Stand 2007-07-28 0. Inhalt
1. Einführung 1. Einführung1.1. Was sind Netiquette?"Netiquette" sind Verhaltensregeln im Umgang mit e-Mail. Das Wort ist eine Wortschöpfung aus "Network" und "Etiquette". 1.2. Was will dieses Dokument?Dieses Dokument soll eine kurze, grundlegende Einführung in die Verhaltensweisen im e-Mail-Verkehr liefern. Damit soll gewährleistet werden, daß "Neulingen" ein erster Mail-Kontakt ohne allzuheftiges "anecken" ermöglicht wird. Der e-Mail-Bereich unterliegt, wie jeder Bereich im menschlichen Zusammenleben, gewissen Spielregeln. Wer diese Spielregeln kennt, tut sich deutlich leichter. Wer den ersten Einstieg erfolgreich hinter sich gebracht hat, dem sei auch das Studium der RFC 1855 empfohlen, die sich weitergehend mit dem Thema befaßt. 1.3. Verschiedene Mail-TypenDieses Dokument behandelt zwei Formen der elektronischen Nachrichtenübermittlung: Private e-Mail und öffentliche e-Mail. Daneben gibt es noch "News", "Talk" oder "Chat", "Foren" usw., wir wollen uns aber hier auf e-Mails konzentrieren. Viele der hier gesagten Punkte treffen aber auch auf News und Foren zu. Grundsätzlich können Mails nicht nur verschickt und empfangen werden, sondern man kann sie auch beantworten und weiterleiten. Beides unterliegt wieder eigenen Regeln, die im zweiten Abschnitt dieses Dokuments zusammen mit den anderen Richtlinien behandelt werden. 1.3.1. Private MailPrivate Mail ist Mail, die an einen bestimmten Empfänger gerichtet ist. Das Wort "privat" ist in diesem Zusammenhang jedoch trügerisch, denn i.d.R. wird jede Mitteilung über mehrere Zwischenstellen "geroutet" (weitergeleitet) und jeder Betreiber kann jede Mail, die über sein System läuft, lesen (was jetzt nicht heißen soll, daß das auch immer getan wird). Als Daumenregel gilt: Schreibe nichts per Mail, was Du nicht auch auf eine Postkarte schreiben würdest. 1.3.2. Öffentliche MailÖffentliche Mail ist nicht an einen bestimmten Empfänger gerichtet und kann i.d.R. von einer Gruppe von Leuten empfangen werden. Es gibt drei grundsätzliche Verteilungsverfahren für öffentliche Mail:
Bei Mailing-Listen wird eine Mail an alle Personen auf der Liste als "private" Mail versand. Dieses Verfahren ist z.B. im Internet üblich. Bei Echo-Areas wird die Mail von Verteiler zu Verteiler weitergeleitet und jeder, der die Area, in der die Mail geschrieben wurde, bestellt hat, erhält eine Kopie davon. Dieses Verfahren kommt z.B. im Fido-Netz zum Einsatz. Bei Notice-Boards wird die Mail an einer zentralen Stelle (z.B. File-Server) gelagert und kann von jedem, der die entsprechenden Rechte hat, gelesen werden. Notice-Boards werden z.B. von Pegasus-Mail verwendet. Die verschiedenen Verfahren der Mail-Verteilung ändern jedoch nichts am Resultat: Einer schreibt und viele können es lesen. [Zurück zum Inhaltsverzeichnis] 2. Grundsätzliches für den Mail-VerkehrOberste Regel ist: Auf der anderen Seite sitzt auch nur ein Mensch! Dieser kann sich irren, etwas falsch verstehen usw. Im Gegensatz zur direkten Kommunikation fallen beim e-Mailing wichtige Informationsträger wie Körpersprache, Tonfall usw. weg. Daher kann es leicht zu Mißverständnissen kommen. Besondere Vorsicht ist daher bei Humor, Ironie usw. angebracht. Bei Beachtung der nachfolgenden Regeln sollte es jedoch zu wenig Problemen kommen:
[Zurück zum Inhaltsverzeichnis] 3. Spezielles3.1. QuotingAls Quoting bezeichnet man das Zitieren von Mail-Passagen. Wenn man auf eine Mail antwortet oder einen "Follow-Up" (öffentliche Antwort auf eine öffentliche Mail) schreibt, fügen die meisten Mail-Programme automatisch die ursprüngliche Mail in den Antworttext ein. Dabei werden die zitierten Stellen i.d.R. durch ein vorangestelltes ">" kenntlich gemacht. Manche Mail-Systeme stellen vor das ">" zusätzlich die Initialen des Autors. Ein paar Beispiele sollen das verdeutlichen:
> Waere der Mond in der Tat aus gruenem Kaese, muesste er von
PK>> Wann wurde denn der erste PC auf den Markt gebracht?
>>> Der Ball ist rund. Gequoteter Text solte sinnfällig gekürzt werden, damit die Mails nicht unnötig aufgebläht werden. I.d.R. weiß der Empfänger, was er geschrieben hat und das Zitat soll lediglich den Zusammenhang liefern. Eine besondere Unart des Quotings ist das Zitieren einer kompletten Mail, unter die man selber dann nur noch ein "Finde ich auch." oder "Das sehe ich nicht so." setzt. Als Daumenregel gilt hier, daß der Quote-Anteil einer Mail 40% nicht übersteigen sollte. Es gibt verschiedene Methoden, Zitate zu kürzen:
Letzteres kann z.B. so aussehen:
[Radischen als Schutz vor Schneckenbefall] Auch beim Quoting ist es ratsam, sich eine Weile anzuschauen, wie es die "alten Hasen" machen. Eine weitere gute Hilfe, den richtigen Quoting-Stil zu finden, ist es, die eigenen Quotes kritisch zu betrachten und zu überlegen "Wie würde ich es finden, wenn meine Mail so zitiert wird?". 3.2. SmileysWie bereits im zweiten Kapitel erwähnt, fehlen der e-Mail-Kommunikation wichtige Eigenschaften wie Mimik, Gestik und Tonfall. Um hier einen kleinen Ausgleich zu schaffen, wurden die sog. "Smileys" eingeführt. Smileys sind Kombinationen aus Zeichen, die unter dem richtigen Blickwinkel den Eindruck eines Gesichtsausdrucks vermittlen. Um einen Smiley interpretieren zu können, neigt man den Kopf um ca. 90 Grad nach links. Mit etwas Übung kann man sich diese Gymnastik ersparen, da man die Smileys auch so erkennt. Es folgt eine Aufzählung von verbreiteten Smileys. Diese Aufzählung erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Phantasie sind bei der Einführung neuer Smileys keine Grenzen gesetzt.
3.3. FooterAls Footer bezeichnet man den unteren Teil der Mail, der u.a. den Absender enthält. Viele Mail-Programme können diesen Footer automatisch erzeugen. Ein Footer sollte folgenden Regeln folgen:
Beispiel für einen Standard-Footer:
Klaus Eiderdaus und einer mit "Spruch":
|/ 3.4. AbkürzungenDa Datenübertragung immer mit Kosten verbunden ist, die proportional zur Menge der anfallenden Daten steigen, haben sich etliche Standardabkürzungen eingebürgert. Die meisten entstammen dem englischen Sprachraum und können mit etwas Phantasie entziffert werden. Es folgt eine Aufstellung der verbreitetsten Abkürzung. Diese Liste erhebt ebenfalls nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Übersetzungen sind teilweise etwas frei, dürften aber den Sinn ungefähr wiedergeben. [Zurück zum Inhaltsverzeichnis] (c) 2000 - 2007 by Wolfgang R. Schulz |